Nach Angaben derAssociation Française d'Information Funéraire wird die Zahl der Einäscherungen bis 2030 50% der Bestattungen in Frankreich ausmachen. Eine Entwicklung, der die Kommunalverwaltungen vorgreifen müssen, wenn sie ihren Verpflichtungen gegenüber ihren Bürgern nachkommen wollen.In Frankreich sind die Stadtverwaltungen nämlich dafür verantwortlich, dass auf den Friedhöfen ausreichend Platz für die Verstorbenen vorhanden ist. Da die Friedhöfe zunehmend überfüllt sind, ist die Einrichtung vonBestattungsplätzen eine wichtige Herausforderung für die kommenden Jahre.
Die Entwicklung der Einäscherung in Frankreich
Die Einäscherung ist eine uralte Bestattungsart, die lange Zeit als vertraulich galt. Die Einäscherung wurde 1963 von der katholischen Kirche zugelassen und erlebte in den 1990er Jahren einen deutlichen Aufschwung. Seit 1994 ist die Einäscherungsrate in Frankreich von 10 % auf 36 % im Jahr 2017 gestiegen.
Eine Entwicklung, die sich in Zukunft noch verstärken dürfte, denn laut einer IPSOS-Umfrage aus dem Jahr 2015 bevorzugen heute 51% der Franzosen die Einäscherung à l'Erdbestattung bevorzugen. Frankreich liegt jedoch im Vergleich zu einigen europäischen Ländern weiterhin im Rückstand. In der Schweiz beispielsweise sind 89% der Bestattungen Einäscherungen.
Warum sollte man einer Einäscherung den Vorzug vor einer Beerdigung geben?
In Frankreich gibt es mehrere Gründe für die Entwicklung der Einäscherung. Zunächst einmal sind die finanziellen Kosten für die Familie des Verstorbenen geringer als bei einer Beerdigung.
Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Einäscherung ist der Wunsch, die Umwelt zu schonen. Zwar werden bei der Einäscherung durch die Krematorien Schadstoffe in die Luft abgegeben, doch ist die Umweltbelastung geringer als bei einer Beerdigung. Zwischen der Grabpflege, der Sargherstellung und der Thanatopraxie ist die Beerdigung alles andere als umweltfreundlich.
Dennoch ist das am häufigsten genannte Argument für die Feuerbestattung der Wunsch der Verstorbenen, ihren Angehörigen nicht zur "Last" zu fallen. Die verschiedenen Auflagen (Unterhalt, Kosten, Verwaltung...), die mit einer Grabstelle verbunden sind, veranlassen die Franzosen dazu, sich für die Einäscherung zu entscheiden, um die Zukunft ihrer Angehörigen nicht zu "belasten". Eine Präferenz, die an Bedeutung gewinnt, wenn man sich die geografische Verlagerung der heutigen Familien ansieht.
Rathäuser sind verpflichtet, die Initiative zu ergreifen
Angesichts dieser neuen Verhaltensweisen sind die Kommunalverwaltungen verpflichtet, ihre Friedhöfe weiterzuentwickeln, um Bestattungsplätze anzubieten, die den Erwartungen ihrer Bürger entsprechen. Zunächst wurden sie durch das Gesetz vom 19. Dezember 2008 gezwungen, das Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern dazu verpflichtet, Familien mindestens einen Bestattungsplatz zur Verfügung zu stellen. Nun sind die Stadtverwaltungen dafür verantwortlich, die Initiative zu ergreifen, um nicht mit überfüllten Anlagen dazustehen.
Hierfür stehen ihnen verschiedene Einrichtungen zur Verfügung, die an die unterschiedlichen Gegebenheiten eines Friedhofs angepasst sind: Kolumbarium, Gärten der Erinnerung oder auch Cavurnen. Sie sollten auch nach Möglichkeit entwicklungsfähige Grabanlagen wählen, um die Homogenität der Grabstätte zu gewährleisten und den Familien einen angenehmeren Ort der Besinnung zu bieten.
Um der Sättigung der Friedhöfe entgegenzuwirken, empfehlen wir, Kolumbarien gegenüber Kavurnen zu bevorzugen. Die Urnengräber sind aufgrund ihrer Größe von mindestens 1m2 für Einzelpersonen gedacht, während die Kolumbarien eher für die Allgemeinheit gedacht sind.




